BKA warnt vor neuer Dimension der Organisierten Kriminalität in Deutschland

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BKA: Organisierte Kriminalität tritt offener auf und wird gewalttätiger

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat ein neues Bundeslagebild zur Organisierten Kriminalität vorgelegt. BKA-Präsident Holger Münch, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Bundesdrogenbauftragter Hendrik Streeck präsentierten die Ergebnisse gemeinsam.

Das BKA stellt darin fest, dass sich das Erscheinungsbild der Organisierten Kriminalität in Deutschland grundlegend verändert hat. Während Abschottung lange Zeit ein charakteristisches Merkmal war, agieren kriminelle Netzwerke heute nach Einschätzung von BKA-Präsident Münch deutlich stärker digital vernetzt, international und arbeitsteilig.

Soziale Medien als Plattform für kriminelle Angebote

Vor allem jüngere kriminelle Akteure inszenieren in sozialen Medien Macht, Status und Gewalt. Kriminelle Leistungen werden dort zunehmend gezielt angeboten. Das Spektrum reicht von Logistik und Waffen über Geldwäsche bis hin zur Rekrutierung für Gewalttaten. Laut Lagebild werden Gewalttaten in zunehmendem Maß wie eine Dienstleistung bestellt und teils durch eigens dafür angeheuerte Minderjährige ausgeführt – darunter mitunter 13-Jährige.

Mehr Ermittlungsverfahren, mehr Gewalt

Im Jahr 2025 wurden bundesweit mehr als 680 Ermittlungsverfahren im Bereich Organisierte Kriminalität geführt – so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Zahl der Tatverdächtigen lag bei knapp 8.000. Darunter befanden sich 2.722 deutsche Staatsbürger, 664 türkische Staatsangehörige, 402 Syrer, 281 Albaner sowie 258 Personen mit polnischer Staatsangehörigkeit.

Das Lagebild verzeichnet zudem einen Anstieg der Gewalt: 2025 wurden 20 vollendete Tötungsdelikte im Bereich Organisierte Kriminalität registriert, gegenüber 13 im Jahr 2024. Im Großraum Köln kam es seit Sommer 2024 zu einer Serie von Explosionen und Schussabgaben, die laut BKA auf den Diebstahl einer Rauschgiftlieferung zurückzuführen ist.

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