Am kommenden Samstag wird der Brennerpass für den Autoverkehr für mehrere Stunden gesperrt. Hintergrund ist eine Demonstration, die sowohl die Autobahnen als auch wichtige Ausweichrouten betrifft und damit Auswirkungen auf Urlaubsreisen haben kann.
Die Blockade trifft die wichtige Nord-Süd-Verbindung zwischen Innsbruck und Bozen. Während der Sperrung bleibt der Bahnverkehr über den Brenner nach bisherigem Stand ohne Einschränkungen.
Umfang der Straßensperrungen
Am Samstag ist die Strecke zwischen Innsbruck und Bozen von 11 bis 19 Uhr vollständig gesperrt. Betroffen sind die Autobahn A13, die Brenner-Bundesstraße B182 und die Landesstraße L38.
Auf italienischer Seite wird die Brennerautobahn A22 ab Sterzing in Richtung Norden am Samstag von 10:30 bis 20:00 Uhr gesperrt. Während der Sperrung ist Ziel- und Quellverkehr möglich, wenn Reisende beispielsweise eine Unterkunft nachweisen können. Radfahrer dürfen die Landstraße zum Brenner benutzen.
Empfehlungen für Autoreisende
Der ADAC rechnet bereits ab Freitagmittag rund um den Brenner mit dichtem Verkehr und langen Staus und empfiehlt Transitreisenden, schon vor Erreichen der Grenzen Tirols großräumig auf Alternativrouten auszuweichen. Die Tiroler Landesregierung rät für den Sperrungs-Samstag von nicht notwendigen Fahrten in Tirol ab.
Das Auswärtige Amt empfiehlt in einem Reisehinweis, Tirol weiträumig zu umfahren oder die Reisezeiten anzupassen. Es wird mit massiven Staus und Wartezeiten vor den Sperrpunkten sowie verstärkten Verkehrskontrollen gerechnet. Zudem wird vor Rückstaus auf Zubringerstrecken in Österreich, Süddeutschland sowie von der italienischen Seite in Richtung Österreich gewarnt. Es wird darauf hingewiesen, dass viele Urlauber ihre Fahrt auf Freitag oder Sonntag verlegen könnten und daher auch an diesen Tagen mit hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist.
Als Alternativen zum Brenner für Fahrten nach Südtirol beziehungsweise Italien werden unter anderem der Reschenpass, das Timmelsjoch, der Gotthardtunnel und der San-Bernardino-Tunnel genannt.
Bahnverkehr als Ausweichmöglichkeit
Für den Bahnverkehr über den Brenner waren zum Zeitpunkt der Planung der Sperrung keine Einschränkungen angekündigt. Züge zwischen Deutschland und Italien über den Brenner sollen regulär fahren, es wird jedoch zu Sitzplatzreservierungen geraten. Die Fahrtzeit per Zug von Innsbruck nach Franzensfeste auf der italienischen Seite beträgt nach den Angaben 80 Minuten.
Auswirkungen auf Reiserecht
Individualreisende tragen grundsätzlich das sogenannte Wegerisiko. Ein Anspruch auf Erstattung einer ungenutzten Übernachtung besteht demnach nicht, wenn das Urlaubsziel grundsätzlich erreichbar ist, etwa mit der Bahn. Bei individuell gebuchten Unterkünften kann ausnahmsweise eine Vertragsauflösung in Betracht kommen, wenn der Urlaubsort gar nicht erreichbar ist.
Reiserechtlich wird unterschieden, ob eine Unterkunft einzeln oder als Pauschalreise mit Transportleistung gebucht wurde. Bei Pauschalreisen kann der Ausfall einer Transportleistung im Rahmen des Pakets als Reisemangel gewertet werden. Nach den Ausführungen des Rechtsanwalts Paul Degott können Pauschalreisende für entgangene Urlaubstage anteilig den Reisepreis zurückfordern. Als Beispiel wird genannt, dass bei einer siebentägigen Pauschalreise für 700 Euro ein entfallener Tag 100 Euro entspräche. Weitergehende Schadensersatzansprüche gegen den Reiseveranstalter dürften in dieser Konstellation nach seiner Ansicht nicht bestehen. Haftungsansprüche können sich jedoch ergeben, wenn ein Reiseveranstalter schuldhaft Informationspflichten über die Sperrung nicht erfüllt hat.
Der Samstag gilt in der Ferienpraxis als typischer Bettenwechseltag bei Ferienunterkünften, was die Bedeutung des Sperrungstermins für An- und Abreisen erhöht.
Hintergrund der Demonstration
Grund für die Blockade des Brenners ist eine Demonstration von Anwohnern gegen die wachsende Verkehrsbelastung. Die 15.000 Bewohner des Wipptals werden dabei als besonders von Lärm, Feinstaub und Staus betroffen beschrieben. Nach Angaben der Asfinag hat sich das Verkehrsaufkommen seit Inbetriebnahme der Brennerautobahn in den 1960er Jahren fast versiebenfacht.
Asfinag gibt an, dass im Jahr 2025 fast elf Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen die mautpflichtige Brennerautobahn nutzten. Seit 2010 stieg die Zahl der Lastwagen auf dieser Strecke demnach um rund 40 Prozent.
Initiator der Demonstration auf der Autobahn ist der Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger. Er und weitere Bürgermeister aus dem Wipptal haben der Tiroler Landespolitik einen Forderungskatalog übergeben. Dieser enthält unter anderem die Forderung nach modernem Lärmschutz sowie nach höheren Transitgebühren für Lastwagen, um den Brenner für den Warentransport weniger attraktiv zu machen. Nach den vorliegenden Angaben hat ein Gericht erstmals eine Demonstration direkt auf der Brennerautobahn genehmigt.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.

















