Caroline Wahl: Neuer Roman und mutige Lesetour trotz Social-Media-Shitstorm

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Die Bestsellerautorin Caroline Wahl veröffentlicht im Spätsommer ihren neuen Roman „1999 Meter über dem Meer“. Das Buch erscheint am 28. August bei Rowohlt und wird von einer umfangreichen Lesetour durch Deutschland begleitet, die am selben Tag in Berlin startet.

Im Mittelpunkt des Romans steht die Figur Samara. Die junge Frau zieht nach dem Studium nach Berlin, fühlt sich dort jedoch nicht wohl und bricht in die Berge auf. In St. Moritz beginnt sie zu lügen, zu mogeln und unterschiedliche Identitäten anzunehmen. Wahl bezeichnet die Geschichte als „Hochstaplerinnen-Geschichte“ und sagt, das Buch handle auch vom Drang nach Freiheit.

Für „1999 Meter über dem Meer“ ließ sich die 30-Jährige nach eigenen Angaben unter anderem von Günter Grass’ „Die Blechtrommel“ und Thomas Manns „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ inspirieren. Beim Schreiben sei sie selbst „dreister“ geworden; das Hineintasten in die Rolle der Protagonistin habe auch ihr eigenes Leben beeinflusst. Sie beschreibt sich als selbstständig tätig und spricht von einer maximalen Freiheit, die ihr zugleich auch Angst mache.

Wahl präsentiert mit dem neuen Roman ihr viertes Buch auf einer Lesetour. Nach dem Auftakt in Berlin liest sie am 5. September in Kiel, wo sie lebt. Bis Ende November reist sie mit Lesungen durch Deutschland, der Vorverkauf hat bereits begonnen. Lesereisen bezeichnet sie als anstrengend, betont aber, sie gehörten für sie dazu und sie würde sie immer wieder machen.

Treffen mit Leserinnen und Lesern beschreibt Wahl als überwältigend. Nach den Lesungen kämen viele Menschen zum Signieren und berichteten von ihrem Erleben der Charaktere. Während sie Schreiben als eine introvertierte Tätigkeit schildert, bei der sie viel allein ist, sagt sie zugleich, sie genieße es, auf der Bühne zu sein und auf Lesetouren Deutschland, die Menschen und die Städte zu entdecken.

Im Hörbuchbereich plant die Autorin einen anderen Weg als bisher. Die Hörbuchfassung ihres Romans „Die Assistentin“ sei nach ihren Angaben sehr polarisierend aufgenommen worden. Ihr neues Buch möchte sie deshalb nicht mehr selbst einlesen, sondern die Sprecherrolle einer anderen Sprecherin überlassen.

Wahls Bücher standen bereits monatelang an der Spitze von Bestsellerlisten und haben viele Fans. Nach der Veröffentlichung ihres jüngsten Romans erlebte sie jedoch auch Häme und Kritik und geriet in den sozialen Medien in einen Shitstorm. Sie sagt, dieser habe ihr anfangs wehgetan und sie habe zunächst nicht gewusst, wie sie darauf reagieren solle.

Rückblickend bezeichnet Wahl diese Erfahrung als etwas, für das sie dankbar ist. Sie fühle sich seitdem freier und selbstsicherer. Zugleich äußert sie, dass Dynamiken im Netz für sie unberechenbar seien. Wichtig sei aus ihrer Sicht, den eigenen moralischen Kompass anzuschalten und ein guter Mensch zu sein.

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