Zunehmende Kritik an Schieneninfrastruktur im Raum Magdeburg
In Sachsen-Anhalt wächst die Kritik am Zustand wichtiger Bahnstrecken, insbesondere rund um den Bahnknoten Magdeburg. Infrastrukturministerium und Nahverkehrsgesellschaft des Landes bemängeln Störungen und Mängel, die sich spürbar auf den Zugverkehr auswirken.
Betroffen sind Pendlerinnen und Pendler sowie Reisende im Regional- und Fernverkehr. Nach Angaben der landeseigenen Nahverkehrsgesellschaft NASA sind die Folgen für Fahrgäste deutlich zu merken.
Langsamfahrstellen und Einschränkungen rund um Magdeburg
Seit Mittwoch dürfen Züge auf der Hauptstrecke zwischen Magdeburg und Dessau auf mehreren Kilometern nur noch mit Tempo 20 fahren. Die NASA nennt zudem zahlreiche weitere Problemstellen im Raum Magdeburg.
Als Beispiele werden Einschränkungen zwischen Magdeburg und Burg wegen des Neubaus eines Stellwerks sowie Langsamfahrstellen bei Zielitz aufgeführt. Auch Mängel im Bereich Magdeburg-Sudenburg und tägliche Störungen an Bahnübergängen in Richtung Braunschweig zählen demnach zu den Problemfeldern. Besonders betroffen ist die Strecke zwischen Magdeburg und Wolfsburg.
Ministerium und NASA kritisieren Infrastruktur
Das Infrastrukturministerium Sachsen-Anhalts kritisiert den Zustand der Schieneninfrastruktur rund um den Bahnknoten Magdeburg. Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) bezeichnet den Zustand der Schieneninfrastruktur in Sachsen-Anhalt an vielen Stellen als nicht mehr akzeptabel. Fahrgäste hätten ein Recht auf eine Infrastruktur, die einen verlässlichen und stabilen Fahrplan ermöglicht, so Hüskens.
Auch die NASA spricht von massiven Mängeln der Schieneninfrastruktur im Raum Magdeburg. Nach ihren Angaben treten viele Störungen kurzfristig auf, sodass Bahnunternehmen häufig nicht rechtzeitig informieren können. Dies führe zu Verspätungen, verpassten Anschlüssen und instabilen Fahrplänen.
Pünktlichkeit im Nahverkehr nimmt ab
Nach Angaben der NASA hat die Pünktlichkeit im Nahverkehr in Sachsen-Anhalt deutlich nachgelassen. Im Jahr 2021 galten demnach 94 Prozent der Nahverkehrszüge als pünktlich, im Jahr 2025 lag die Quote bei 84 Prozent. Als pünktlich gelten Züge mit weniger als fünf Minuten Verspätung.
Das Land Sachsen-Anhalt fordert schnelle Gegenmaßnahmen von der Bahninfrastrukturgesellschaft DB InfraGO. Hüskens verlangt, besonders kritische Langsamfahrstellen müssten rasch beseitigt und Reparaturen in der Region um Magdeburg verstärkt werden.
Weitere Belastungen durch Generalsanierung erwartet
Ab Oktober ist eine Generalsanierung der Strecke Berlin–Hannover über Stendal geplant. Hüskens warnt vor zusätzlichen Belastungen durch Umleitungsverkehr über Magdeburg und Braunschweig im Zusammenhang mit dieser Maßnahme.
Insgesamt wird von zunehmenden Störungen auf wichtigen Bahnstrecken in Sachsen-Anhalt berichtet, die den Bahnverkehr im Land spürbar beeinträchtigen.

















