In Dresden wird weiter über Zuständigkeiten und die Finanzierung von Brunnen, Wasserspielen und Trinkbrunnen diskutiert. Im Zentrum stehen dabei 82 Anlagen, deren Betrieb vor dem Hintergrund von Haushaltskürzungen und einer Haushaltssperre steht.
Stadtrat Holger Zastrow, früherer Landeschef der FDP in Sachsen und heute für das »Team Zastrow« im Dresdner Stadtrat, forderte, Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen die Obhut für die Brunnen zu entziehen. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte er, Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) solle die Brunnen zur Chefsache machen.
Zastrow kritisierte zudem, die Stadt habe auf der Hauptstraße eine Nebeldusche für fast 50.000 Euro aufgestellt, während es angeblich kein Geld für Brunnen gebe. Oberbürgermeister Hilbert ist in Dresden Verwaltungschef und Mitglied der FDP.
Umweltbürgermeisterin fordert mehr Mittel
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) wies die Forderung Zastrows öffentlich zurück. Sie erklärte, die Haushaltslage der Stadt und die Unterfinanzierung des Brunnenbetriebs würden sich durch andere Verwaltungszuständigkeiten nicht verändern. Für die Zukunft verlangte sie eine bessere Finanzausstattung des für den Brunnenbetrieb zuständigen Bereichs.
Jähnigen sprach sich für einen Nachtragshaushalt und ein Ende der städtischen Haushaltssperre aus. Alle, denen der Betrieb der Trink- und Springbrunnen wichtig sei, müssten sich nach ihren Worten für diese Finanzmaßnahmen einsetzen.
Zugleich betonte sie, sie freue sich, dass trotz der schwierigen Haushaltssituation Projekte wie der Probebetrieb von Nebeldüsen ermöglicht werden könnten. Solche Vorhaben würden aus anderen Töpfen finanziert und seien keine dauerhafte Aufgabe wie der Betrieb der Brunnen.
Zahl der Anlagen und geplanter Betrieb
Laut Stadtverwaltung gibt es in Dresden 102 wassertechnische Anlagen, darunter 71 Springbrunnen und 11 Trinkbrunnen. Von den 82 genannten Brunnen-, Wasser- und Trinkbrunnenanlagen sollen im laufenden Jahr 73 in Betrieb gehen. Die letzten dieser Anlagen sollen bis Ende der auf den Veröffentlichungszeitpunkt folgenden Woche laufen.
Nach Angaben der Verwaltung dauert die Eröffnung der Brunnensaison grundsätzlich etwa vier bis sechs Wochen. Es handele sich um einen dynamischen Prozess. Die Inbetriebnahme eines Brunnens hänge davon ab, ob über den Winter Schäden entstanden sind, die sofort, mit Zeitverzug oder gar nicht repariert werden können.
Finanzbedarf und Haushaltssperre
Für eine Brunnensaison sollte nach Einschätzung der Stadtverwaltung ein finanzieller Bedarf zwischen 390.000 und 700.000 Euro eingeplant werden. Mit diesem Budget sollen die Anlagen von April bis Oktober laufen, Beschädigungen und Vandalismus schnell behoben, Verschleißteile zeitnah ausgetauscht sowie Instandhaltung, Reparatur, Reinigung, Strom, Wasser und Abwasser finanziert werden.
Im aktuellen Haushalt der Stadt Dresden sind für die Brunnensaison maximal 350.000 Euro vorgesehen. Aufgrund der Haushaltssperre ist dieser Betrag nach Angaben der Verwaltung zunächst nur zu 50 Prozent freigegeben. Der freigegebene Anteil soll auf 80 Prozent erhöht werden, wenn die Nachtragsvorlage bestätigt wird.
Debatte bereits im Vorjahr
Bereits im vorangegangenen Jahr gab es in Dresden einen Streit darüber, wie viele Brunnen aus Kostengründen in Betrieb gehen können. Die Verwaltung wollte damals aus Kostengründen darauf verzichten, den Großteil der Anlagen anzuschalten.
Die Linken brachten im Stadtrat einen Eilantrag ein, um die Springbrunnen in Betrieb zu nehmen. Sie argumentierten, Springbrunnen und Wasserspiele würden nicht unerheblich zur Lebensqualität in Dresden beitragen.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.

















