England hat das Viertelfinale der Fußballweltmeisterschaft gegen Norwegen mit 2:1 nach Verlängerung gewonnen und steht damit erstmals seit 2018 im Halbfinale. Der Einzug in die Runde der letzten Vier wird jedoch von einer umstrittenen Szene überschattet.
In der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit erzielte Jude Bellingham den Ausgleichstreffer zum 1:1. Vorausgegangen war ein Abstoß von Norwegens Torhüter Ørjan Nyland, der bei Anthony Gordon landete. Gordon bereitete anschließend Bellinghams Treffer vor. Schiedsrichter Clément Turpin erkannte das Tor an.
Norwegen reklamiert Kameraseil-Berührung
Unmittelbar nach dem Treffer lief Nyland zum Schiedsrichter und deutete nach oben. Die norwegischen Spieler beschwerten sich bei Turpin und machten geltend, der Ball habe in der Luft ein Kameraseil berührt. Norwegens Trainer Ståle Solbakken erklärte dazu: „Der Ball fiel gerade herunter, direkt vor unserer Bank. Ich selbst habe es nicht gesehen, dass das Kabel berührt wurde, aber unsere Bank reagierte sofort.“
Die Fifa teilte mit, die vorliegenden Daten belegten nicht, dass der Ball vor Bellinghams Treffer ein Kameraseil berührt habe. Der Sensor im Ball habe keinen entsprechenden Ausschlag angezeigt. Ob eine Berührung tatsächlich stattgefunden hat, blieb damit umstritten.
Unterschiedliche Einschätzungen
Englands Trainer Thomas Tuchel verwies auf die Balltechnologie: „Ich meine, da ist ein Chip im Ball, der dir sagt, wenn er ein Haar berührt.“ Der frühere Fifa-Schiedsrichter Mark Clattenburg äußerte sich im US-Fernsehsender Fox kritisch und sagte, der VAR hätte die Szene überprüfen müssen. Clattenburg erklärte: „Wenn der Ball ein Objekt berührt, das nicht zum Spielfeld gehört, muss das Spiel unterbrochen werden.“

















