Frank-Schirrmacher-Preis 2026: Yasmina Reza, weltweit bekannte Dramatikerin, im Rampenlicht der Auszeichnung

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Yasmina Reza erhält Frank-Schirrmacher-Preis 2026 in Zürich

Die Schriftstellerin und Dramatikerin Yasmina Reza hat den Frank-Schirrmacher-Preis 2026 erhalten. Die Auszeichnung wurde in der Aula der Universität Zürich überreicht.

Die Laudatio auf Yasmina Reza hielt am Donnerstagabend der Schauspieler und Schriftsteller Christian Berkel. Er sprach auf Französisch.

Laudator Christian Berkel

Christian Berkel ist sowohl als Schauspieler als auch als Autor tätig. Zuletzt veröffentlichte er den Roman „Sputnik“ im Verlag Ullstein. Ab dem 22. Oktober wird er im Kinodrama „Block 10“ zu sehen sein.

Werk und Themen von Yasmina Reza

Mit dem Theaterstück „Kunst“ wurde Yasmina Reza zur meistgespielten Dramatikerin der Welt. Im Zentrum dieses Stücks steht ein fast monochrom weißes Bild, das einen eskalierenden Streit unter Freunden auslöst. Zu ihren Stücken zählen unter anderem „Kunst“, „Ein spanisches Stück“, „Der Gott des Gemetzels“, „Drei Mal Leben“ und „James Brown trug Lockenwickler“.

Reza begann ihren Weg am Theater als Schauspielerin. In „Der Gott des Gemetzels“ schlägt der Sohn von Annette und Alain Reille dem Sohn von Véronique und Michel Houillé nach einer verbalen Auseinandersetzung mit einem Stock ins Gesicht. Die Folgen sind eine geschwollene Oberlippe und zwei abgebrochene Schneidezähne, beim rechten Schneidezahn mit Nervschädigung.

Seit Jahren besucht Yasmina Reza regelmäßig Gerichtsprozesse. Beobachtungen daraus hat sie in dem Buch „Die Rückseite des Lebens“ veröffentlicht, das 54 knapp gehaltene Erzählungen umfasst. Darin schreibt sie, dass sie bei Gerichtsprozessen selten auf „reine Bösewichter“ traf.

Einflüsse und Motive

Zu den Bezugspunkten ihres Werks zählen Schwarz-Weiß-Fotografien von Diane Arbus, in denen sie „einsame Wesen“ in leerem Zwielicht beschreibt. In einem Text über Venedig schreibt Reza, dass sie alte Paare von hinten fotografiert. Bereits 2005 veröffentlichte sie autobiographische Skizzen unter dem Titel „Nirgendwo“.

Im Roman „James Brown trug Lockenwickler“ thematisiert sie die für die Eltern unverständliche fluide Geschlechtsidentität der Hauptfigur. An einer Stelle heißt es dort: „Wir kommen von weit her. Wir haben unser Bestes gegeben. Aber manchmal wissen wir nicht, was über uns kommt.“

Rezeption von Rezas Werk

Der Regisseur Luc Bondy, ein Freund und Weggefährte von Yasmina Reza, sagte über ihre Stücke, sie handelten von Menschen, die versuchen, sich gut zu benehmen, dies aber nicht durchhalten. Reza äußerte in einem Interview, dass diese Einschätzung für alles gelte, was sie schreibt.

Ihr Umgang mit Gesellschaft wird als analysierend, aber nicht wertend beschrieben. In diesem Zusammenhang wird das Zitat des Philosophen Henri Bergson „Lachen ist momentane Anästhesie des Herzens“ auf ihr Werk bezogen. Außerdem wird der Regisseur Jean Renoir mit der Aussage zitiert, es gebe weder rein weiße noch rein schwarze Pferde, sondern in jedem weißen Fell schwarze und in jedem schwarzen Fell rote Haare. Erwähnt wird zudem der Philosoph Vladimir Jankélévitch, dessen Text über den Tod als zentral für Rezas Blick auf das Leben bezeichnet wird.

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