Die Warenhauskette Galeria erhält eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Bereitgestellt wird die Kreditlinie von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers, abgesichert durch die Ware des Unternehmens. Die Verhandlungen zogen sich über mehrere Wochen hin; Voraussetzung für die Kreditzusage war ein Gutachten der Unternehmensberatung AlixPartners zur wirtschaftlichen Lage von Galeria.
Der Kredit ist an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan geknüpft. Zugleich soll ein bestehender Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abgelöst werden.
Filialprüfung und Mietverhandlungen
Im Rahmen des Sanierungsplans will Galeria prüfen, welche seiner derzeit 83 Standorte rentabel sind. Etwa 30 Warenhäuser gelten dabei als gefährdet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sind weitere Filialschließungen vorgesehen; eine offizielle Bestätigung dazu steht aus. Galeria-Geschäftsführer Tilo Hellenbock erklärte: „Wir durchleuchten das gesamte Filialnetz, denn jedes Haus soll künftig wirtschaftlich tragfähig sein.“
Parallel dazu will das Unternehmen mit Vermietern über Mietsenkungen und flexiblere Konditionen verhandeln. Mehrere Vermieter hatten zuvor beklagt, dass Mieten von Galeria gar nicht oder nur teilweise gezahlt worden seien. Das Unternehmen begründete ausstehende Zahlungen mit Liquiditätsschwankungen. Nach früheren Verhandlungen mit Vermietern konnte die Kette ihre Mietbelastung bereits deutlich senken. Als Grund für die aktuellen Maßnahmen nennt Galeria das anhaltend schwache Konsumklima im stationären Einzelhandel.
Hintergrund
Galeria beschäftigt rund 12.000 Menschen. Anfang 2024 hatte die Warenhauskette zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet – unter anderem infolge der finanziellen Schieflage des damaligen Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Galeria gehört heute der US-Investmentgesellschaft NRDC sowie einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Gordon Brothers hatte bereits in früheren Jahren Abverkäufe in Kaufhof- und Karstadt-Filialen vor deren Schließung organisiert.

















