Bei den French Open 2026 in Paris stellen hohe Temperaturen Spielerinnen und Spieler vor besondere Herausforderungen. Mehrere Profis schildern deutliche Belastungen durch die Bedingungen auf der Anlage von Roland Garros.
Jakub Mensik lag nach seinem Zweitrundensieg gegen Mariano Navone auf Platz 6 rücklings auf dem Tennisplatz und konnte sich zunächst nicht erheben. Sein Trainer durfte in dieser Situation den Platz nicht betreten. Sanitäter legten Mensik Eisbeutel auf Kopf, Brust und in den Nacken und brachten ihn später in den Schatten, wo ein Rollstuhl bereitstand. Das Match gegen Navone dauerte nach Angaben Mensiks 4 Stunden und 41 Minuten; er sprach anschließend davon, es sei „Wahnsinn, bei diesem Wetter zu spielen“ und „dort länger als viereinhalb Stunden auszuharren, ist einfach Wahnsinn“.
Mensiks Zweitrundenbegegnung war in der größten Mittagshitze auf einem schattenlosen Außenplatz angesetzt. Er gab an, ab Beginn des vierten Satzes Schwierigkeiten gehabt zu haben, weiterhin Elektrolyte zu sich zu nehmen. Im fünften Satz erhielt er wegen aus Sicht des Schiedsrichters zu langer Pausen vor seinen Aufschlägen wiederholt „time violation“-Strafen. Diese müsse er hinnehmen, „da sind sie hier streng“, sagte Mensik, äußerte jedoch, für das Verhalten des Schiedsrichters nach dem verwandelten Matchball, als er kraftlos zu Boden gesackt war, keinen Respekt zu haben.
Auch andere Profis berichten von starken Belastungen. Nach Angaben von Spielerinnen und Spielern haben sie an wenigen Turnierstandorten so sehr gelitten wie aktuell in Paris. Im Zusammenhang mit einer „Hitzeglocke über Europa“ werden auf der Anlage von Roland Garros Höchsttemperaturen von mindestens 30 Grad Celsius an jedem Tag genannt. Casper Ruud beschrieb, er habe sich in seinem Erstrundenmatch wie „ein Zombie“ gefühlt und einen Hitzschlag vermutet, habe aber dennoch nach vier Stunden gewonnen. Elina Switolina sagte, man versuche bei dieser Hitze „zu überleben“ und spiele nicht nur gegen den Gegner, sondern auch gegen die Bedingungen.
Die Hitze wirkt sich auch auf den Verlauf einzelner Partien aus. Jannik Sinner führte auf dem Platz Philippe-Chatrier bereits mit 6:3, 6:2, 5:1, konnte diese Führung aber nicht in einen Sieg umwandeln und verlor in fünf Sätzen gegen Juan Manuel Cerundolo. Sinner erklärte, er sei nicht unter der Hitze zusammengebrochen und habe sich schon morgens beim Aufstehen unwohl gefühlt. Die Weltranglistenzweite und Australian-Open-Siegerin Elena Rybakina schied in der zweiten Runde aus und erklärte mit Blick auf die Spielbedingungen, dass Bälle ohne genügend Drall oder bei zu langsamen Händen „überallhin“ flögen.
Regeln und Debatte um den Umgang mit Hitze
Die Verantwortlichen der French Open verfügen über eigene Hitzeregeln. Demnach wird aus Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Wind ein Wert berechnet. Erreicht dieser Hitzewert 32,2 Grad Celsius, dürfen Spielerinnen nach dem zweiten Satz und Spieler nach dem dritten Satz zehnminütige Pausen einlegen. Es wird darauf hingewiesen, dass nach diesen Vorgaben bislang noch kein Match wegen Erreichens einer Höchsttemperatur verlegt wurde.
Novak Djokovic gab an, von diesen Hitzeregeln nichts gewusst zu haben. Er schlug vor, Spiele bei großer Hitze um zwei bis drei Stunden nach hinten zu verlegen und später zu beginnen. Für Grand-Slam-Turniere solle eine spätere Ansetzung kein Problem sein, da es viele Plätze und Flutlicht gebe.
Blick auf den weiteren Turnierverlauf
Für das Wochenende ist ein leichter Wetterumschwung angekündigt, demzufolge die Temperaturen von Sonntag an bei etwa 23 Grad Celsius liegen sollen. Iga Swiatek, die vier der vergangenen sechs Ausgaben der French Open gewonnen hat, betonte mit Blick auf die unterschiedlichen Bedingungen, wer sich an beide Situationen am besten anpassen könne, werde das Turnier gewinnen.

















