Jeder zweite Mieter spart bei Urlaub und Freizeit wegen gestiegener Wohnkosten

Dieses Thema Freunden empfehlen

Der Deutsche Mieterbund hat seinen Mietenreport 2026 veröffentlicht. Dafür wurden amtliche Statistiken und wissenschaftliche Studien ausgewertet sowie mehr als tausend Mieterinnen und Mieter repräsentativ befragt.

In der Umfrage gaben 58 Prozent der Befragten an, ihre Wohnkosten seien in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen. 29 Prozent erklärten, sie machten sich Sorgen, ihre Miete künftig nicht mehr bezahlen zu können.

Sparmaßnahmen bei Freizeit und Konsum

Als Folge gestiegener Wohnkosten gab fast jeder zweite Befragte an, bei Freizeit und Urlaub gespart zu haben. Fast ebenso viele Befragte sparten bei Kleidung, Möbeln oder Haushaltsgeräten.

Lukas Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbunds, erklärte, Wohnen werde für immer mehr Menschen zum Armuts- und Abstiegsrisiko.

Angebotsmieten steigen über Inflationsrate

Laut Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln stiegen die Angebotsmieten im Frühjahrsquartal bundesweit um 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Von April bis Juni legten sie um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Die allgemeine Inflationsrate lag im selben Zeitraum bei rund 2,6 Prozent.

Forderungen und rechtlicher Rahmen

Der Deutsche Mieterbund fordert einen bundesweiten Mietenstopp für einen befristeten Zeitraum sowie Bußgeldzahlungen für Vermieter, die Wuchermieten verlangen oder gegen die Mietpreisbremse verstoßen. Die Mietpreisbremse gilt derzeit nur in Regionen, die als Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt ausgewiesen sind. In diesen Gebieten darf die Miete bei Neuvermietung höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen bestehen unter anderem für die Erstvermietung von Neubauten, umfassende Modernisierungen, ältere Verträge sowie Kurzzeitvermietungen.

Das Bundeskabinett hatte im April Verschärfungen im Mietrecht beschlossen.

Beitrag teilen