Joshua Kimmich führt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft als Kapitän in die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2026. Der 29 Jahre alte Profi, der beim FC Bayern München im Mittelfeldzentrum spielt, ist unter Bundestrainer Julian Nagelsmann als Rechtsverteidiger fest eingeplant.
Im ersten von zwei Testspielen vor dem WM-Start trifft die DFB-Auswahl am Sonntag in Mainz auf Finnland. Anstoß ist um 20.45 Uhr, das ZDF überträgt die Partie live, zusätzlich wird ein Liveticker der F.A.Z. angeboten.
Kimmich als feste Größe im WM-Gerüst
Julian Nagelsmann bezeichnet Joshua Kimmich als „Leader auf dem Feld“ und zählt ihn neben Manuel Neuer, Florian Wirtz, Jamal Musiala und Kai Havertz zu den zentralen Figuren seines WM-Gerüsts. Kimmich bleibt auch nach der Rückkehr von Manuel Neuer Kapitän der Nationalmannschaft, nachdem zuvor Neuer die Binde getragen hatte. Im aktuellen WM-Kader sind nur Manuel Neuer und Oliver Baumann älter als Kimmich.
Kimmich bestritt vor zehn Jahren sein erstes Länderspiel und kommt inzwischen auf 108 Einsätze für Deutschland. Mit dem FC Bayern München gewann er zuletzt die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal, mit der Nationalmannschaft den Confederations Cup und mit der U‑19 eine Europameisterschaft. Bei Weltmeisterschaften stand er bislang in sechs Gruppenspielen auf dem Platz, zwei Turniere werden im Zusammenhang mit ihm als enttäuschend beschrieben.
Neuer pausiert – Baumann gegen Finnland im Tor
Gegen Finnland wird Oliver Baumann im Tor stehen. Manuel Neuer kann wegen einer verhärteten Wade in diesem Testspiel nicht eingesetzt werden. Nagelsmann hat entschieden, in diesem Fall nichts zu riskieren. Offensivspieler Kai Havertz fehlt, weil er mit Arsenal das Champions-League-Finale bestreitet.
Der Bundestrainer erklärte, die Spieler sollten in Mainz Vertrauen entwickeln, Rhythmus aufbauen und ein gutes Ergebnis erzielen. Kimmich, der die Kapitänsrolle von Neuer übernommen hat, wird von Nagelsmann zudem als „Vorbild“ bezeichnet. Rudi Völler sagt über ihn, man merke seinen Ehrgeiz, er wolle unbedingt etwas gewinnen und als Fahnenträger vorneweg marschieren.
Rolle auf der rechten Seite und Alternativen
Nagelsmann hat keinen originären Rechtsverteidiger in den WM-Kader berufen, um mehr Offensivoptionen zu haben. Kimmich ist auf dieser Position gesetzt, nachdem ein früher Versuch zu Beginn der WM-Qualifikation, ihn anders einzusetzen, als missglückt gewertet wurde. Beim FC Bayern spielt er hingegen im Mittelfeldzentrum.
Für die rechte Seite werden im Zusammenhang mit der Nationalmannschaft mehrere Optionen genannt. Jamie Leweling gilt als mögliche Lösung mit Offensivstärke. In der Innenverteidigung sollen Jonathan Tah, Antonio Rüdiger und Waldemar Anton die Defensive stärken. Pascal Groß wird als Spieler mit einem ähnlichen Profil wie Kimmich beschrieben und kennt Positionswechsel aus seinen Vereinen. Linksverteidiger Nathaniel Brown wird ebenfalls als Option für die rechte Abwehrseite erwähnt; er berichtet, in Frankfurt zwei bis drei Partien als Rechtsverteidiger absolviert zu haben. Als weitere taktische Möglichkeit kommt eine Umstellung von einer Vierer- auf eine Dreierkette in Betracht.
Erfahrungen und Ausblick von Kimmich
Bei einem früheren WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei führte Kimmich die deutsche Mannschaft trotz Verletzung beim 6:0-Sieg ins Turnier. Nach dem WM-Aus 2022 sprach er vom „schlimmsten Tag meiner Karriere“ und von der Angst, in ein Loch zu fallen. Mit Blick auf die WM 2026 sagt Kimmich nun: „Das sollten wir nicht mit ins Turnier nehmen. Es ist eine neue Chance, eine neue Mannschaft.“ Er betont, er freue sich „extrem“ auf die WM und erklärt: „Ich habe Bock, noch ein paar Jahre für die Nationalmannschaft zu spielen.“ Im Jahr 2030 wird Kimmich 35 Jahre alt sein.
Kimmich äußert sich auch zu Manuel Neuer, den er als „den besten Torhüter aller Zeiten“ bezeichnet. Bei den Frauen führte Giulia Gwinn als Kapitänin und Rechtsverteidigerin die deutsche Nationalmannschaft in die EM 2025, musste das Turnier jedoch bereits vor Ablauf der ersten Halbzeit beenden.

















