Wegen anhaltenden Niedrigwassers an Rhein und Donau haben weitere Bundesländer das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lastwagen ausgesetzt. Bundesverkehrsminister Bilger will am 12. August 2026 mit den Ressortchefs der Länder über weitere Maßnahmen beraten.
Zuletzt erließen Hessen, Schleswig-Holstein und Hamburg entsprechende Ausnahmeregelungen. Damit gelten in allen westdeutschen Bundesländern Ausnahmen vom Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen. Aus den ostdeutschen Ländern schloss sich bislang nur Mecklenburg-Vorpommern an. Sachsen lehnt eine generelle Aufhebung des Fahrverbots ab und verweist auf die Möglichkeit von Einzelfallgenehmigungen. Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg argumentieren ähnlich.
Niedrige Pegel beeinträchtigen Binnenschifffahrt
Die sinkenden Pegelstände schränken den Gütertransport auf dem Wasser erheblich ein. Schiffe können deutlich weniger Ladung transportieren oder gar nicht mehr fahren. Am Rheinpegel in Köln wird der historische Tiefststand von 54 Zentimetern erwartet. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt rechnet damit, dass der Rhein im Laufe der Woche nicht mehr durchgängig befahrbar sein wird.
Logistikbranche sucht Alternativen
Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Spedition und Logistik (DSLV), erklärte, es gebe im Lkw-Sektor keine stille Reserve. Um ein Binnenschiff mit 3.000 Tonnen Ladung und vierköpfiger Besatzung zu ersetzen, seien rund 150 Lastwagen erforderlich. Parallel laufen Gespräche mit der Bahn-Güterverkehrstochter DB Cargo sowie privaten Eisenbahnunternehmen über zusätzliche Transportkapazitäten.

















