Trikontinentale Fußballweltmeisterschaft 2026: Aufregung um Visa-Fragen, Hitze und Ticketpreise

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Die Fußballweltmeisterschaft 2026 der Männer findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 statt. Das Turnier wird erstmals in drei Ländern ausgetragen: in den USA, Kanada und Mexiko. Insgesamt nehmen 48 Mannschaften teil.

Die Vorrunde ist in zwölf Vierergruppen organisiert. Neben den Gruppensiegern und Gruppenzweiten qualifizieren sich auch die acht besten Gruppendritten für die K.-o.-Runde. Damit werden erstmals 32 Teams in die Ausscheidungsphase einziehen.

Unklare Visa-Lage für Irans Team

Zwei Wochen vor dem Start der WM ist weiter offen, ob die iranische Fußballnationalmannschaft Visa für die Einreise in die USA erhält. Der iranische Botschafter in Mexiko, Abolfazl Pasandideh, erklärte, dass bislang keine Entscheidung über US-Visa für die Spieler vorliegt. Man wisse nicht, ob die USA den Spielern Visa erteilen werden oder nicht.

Der Iran ist der WM-Gruppe G zugeordnet, alle drei Vorrundenspiele der Mannschaft sollen in den USA stattfinden. Geplant ist ein Spiel gegen Neuseeland am 15. Juni in Los Angeles, eine Partie gegen Belgien am 21. Juni ebenfalls in Los Angeles sowie ein Spiel gegen Ägypten am 26. Juni in Seattle. Als Turnierquartier plant das Team die mexikanische Grenzstadt Tijuana.

Mindestens vier Spieler und ein Betreuer der iranischen Nationalmannschaft waren in der US-Botschaft in der Türkei, um Visa zu beantragen. Weitere Spieler sollen nach Angaben des Vizepräsidenten des iranischen Fußballverbands Visa-Verfahren bei der kanadischen Botschaft durchlaufen. US-Außenminister Marco Rubio sagte im April 2026, iranische Spieler seien zur WM willkommen, zugleich könne Mitgliedern der Delegation die Einreise in die USA verwehrt werden.

Reisebeschränkungen wegen Ebolaausbruch

Die WM-Gastgeber USA, Mexiko und Kanada haben angesichts eines Ebolaausbruchs in Afrika gemeinsame Reisebeschränkungen vereinbart. Sie betonten, die Gesundheit und Sicherheit aller Personen in der Region während der Weltmeisterschaft habe oberste Priorität.

Die USA verhängen ein Einreiseverbot für Ausländer, die sich kürzlich in der Demokratischen Republik Kongo, in Uganda oder im Südsudan aufgehalten haben. Kanada verwehrt Bewohnern dieser drei Staaten seit einem Mittwoch im Mai 2026 für 90 Tage die Einreise. Kanadische Staatsbürger und Personen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung müssen sich nach einer Rückkehr aus den betroffenen Gebieten für 21 Tage in Quarantäne begeben.

In Mexiko ordnete Gesundheitsminister David Kershenobich für Einreisende aus dem Kongo eine dreiwöchige Quarantäne an und kündigte strengere Kontrollen an Flughäfen an.

Sicherheitsregeln für Drohnen und Diskussion um Ticketpreise

In den USA gelten während der WM an Spieltagen und bei Fanveranstaltungen strenge Beschränkungen für Drohnenflüge. Rund um die Stadien ist in einem Umkreis von knapp fünf Kilometern bis zu einer Höhe von 900 Metern der Betrieb ohne Genehmigung verboten. Die US-Luftfahrtbehörde FAA teilte diese Einschränkungen mit. FAA-Leiter Bryan Bedford erklärte, Drohnenpiloten müssten mit sofortigen Maßnahmen rechnen, wenn sie einen gesperrten Luftraum verletzen.

Im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, sind insgesamt acht WM-Spiele angesetzt, darunter das Finale am 19. Juli 2026. Die US-Bundesstaaten New York und New Jersey haben die Fifa im Rahmen einer Untersuchung der Ticketpreise behördlich vorgeladen. Nach Angaben der Generalstaatsanwältinnen Letitia James und Jennifer Davenport sollen die Ticketpreise frühere Weltmeisterschaften deutlich übersteigen.

Fans berichteten den Behörden zufolge, sie hätten Tickets für niedrigere Kategorien erhalten, als ursprünglich bestellt und bezahlt. Die Fifa habe nach Darstellung der Generalstaatsanwältinnen die Einteilung der Ticketkategorien geändert, nachdem bereits Tickets verkauft worden waren. Letitia James sagte, die Menschen in New York hätten jahrelang auf eine Weltmeisterschaft in ihrer Umgebung gewartet und verdienten eine faire Chance auf erschwingliche Tickets. Fans sollten darauf vertrauen können, die Tickets zu erhalten, die sie gekauft haben.

Belastung durch Hitze und Forderungen nach Schutzmaßnahmen

Eine Analyse des Forschernetzwerks World Weather Attribution kommt zu dem Ergebnis, dass der Klimawandel das Risiko extremer Hitze in Nordamerika seit der WM 1994 erhöht hat. Demnach könnten 26 der 104 WM-Spiele 2026 bei mindestens 26 Grad Wet Bulb Globe Temperature (WBGT) stattfinden.

Die Spielergewerkschaft Fifpro empfiehlt ab einem WBGT-Wert von 26 Grad Trinkpausen. Die Fifa hat für die WM 2026 pro Halbzeit eine Abkühlpause vorgeschrieben. Eine Gruppe von Wissenschaftlern fordert darüber hinaus, Spiele bei Temperaturen über 28 Grad zu verschieben oder zusätzliche Hitzeschutzmaßnahmen zu ergreifen.

Brasilien ohne Neymar in WM-Vorbereitung

Für den 14. Juni ist bei der WM ein Spiel Brasiliens gegen Marokko angesetzt. Der brasilianische Fußballverband CBF teilte mit, dass Neymar eine Muskelverletzung in der Wade hat. Verbandsarzt Rodrigo Lasmar gab an, man erwarte, dass der Stürmer in zwei bis drei Wochen wieder freigegeben werde.

Neymar fällt wegen der Verletzung für die Testspiele Brasiliens gegen Panama und Ägypten vor der WM aus. Sein letztes Länderspiel liegt zum Zeitpunkt der Berichterstattung etwa zweieinhalb Jahre zurück. Brasiliens Trainer Carlo Ancelotti hatte im März 2026 wegen mangelnder Fitness auf Neymar verzichtet, ihn nun aber in den WM-Kader berufen.

Planungen und Kader der deutschen Nationalmannschaft

Die deutsche Fußballnationalmannschaft tritt bei der WM 2026 in der Vorrundengruppe E an. Ihre Gegner sind Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Das Team startet am Sonntag, 14. Juni 2026, mit einem Spiel gegen Curaçao in das Turnier.

Das WM-Trainingslager der deutschen Mannschaft in Herzogenaurach beginnt an einem Mittwoch Ende Mai 2026. Zum Start fehlen Manuel Neuer und Kai Havertz. Havertz bestreitet zuvor mit dem FC Arsenal das Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain in Budapest und stößt erst anschließend zum Nationalteam.

Bundestrainer Julian Nagelsmann plant mit Manuel Neuer als Nummer eins im Tor. Er informierte Oliver Baumann, dass dieser nicht als erste Wahl vorgesehen ist, und bezeichnete ihn als „Weltklasse 1b-Lösung“. Im Kader stehen unter anderem die Torhüter Manuel Neuer, Oliver Baumann und Alexander Nübel. Auch Nadiem Amiri vom FSV Mainz 05 gehört dem Aufgebot an. Nagelsmann begründete die Nominierung Neuers mit dessen sportlicher Qualität und sagte, jeder wisse, welche Aura den Torhüter umgebe. Nach seinen Angaben nahm er im März 2026 erstmals Kontakt mit Neuer wegen einer möglichen Rückkehr ins Nationalteam auf und sprach Baumann sein absolutes Vertrauen aus.

Die deutsche Mannschaft bestreitet ein Testspiel gegen Finnland an einem Sonntag in Mainz. Als Generalprobe ist für den 6. Juni 2026 ein Spiel gegen die USA in Chicago geplant. Ihr WM-Basecamp bezieht die Nationalmannschaft in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina.

Stimmen aus dem DFB-Team und Umgang mit Politik

Joshua Kimmich erklärte im Interview mit der Zeitschrift „Sports Illustrated“, in der Nationalmannschaft sei ein Teamgefühl spürbar. Es sei nicht mehr selbstverständlich, bei der Auswahl dabei zu sein.

DFB-Sportdirektor Rudi Völler kündigte an, bei der WM 2026 sollten unmittelbar vor Spielen keine politischen Aktionen oder Interviews stattfinden. Man wolle Politik und Fußball etwas trennen. Zugleich betonte Völler, im DFB-Team werde es keine Maulkörbe geben und man sei nicht unpolitisch.

USA-Kader mit Bundesliga-Bezug und spanisches Aufgebot

Die USA nominieren für die Heim-WM mehrere aktuelle und ehemalige Bundesligaspieler. Zum Aufgebot gehören unter anderem Malik Tillman, Joe Scally, Gio Reyna und Christian Pulišić.

Der spanische WM-Kader 2026 enthält keinen Spieler von Real Madrid. Stattdessen stehen acht Profis des FC Barcelona im Aufgebot. Der 18-jährige Stürmer Lamine Yamal ist Teil der spanischen Auswahl.

Fanangebote und Medienpräsenz in Deutschland und den USA

In Berlin ist während der Weltmeisterschaft keine Fanmeile auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor geplant.

Im deutschen Fernsehen wird Robin Gosens für die ARD als Experte und Co-Moderator im WM-Studio in Köln eingesetzt. Gosens hat 24 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft absolviert.

In New York fungieren Jürgen Klinsmann und Ann-Katrin Berger als Botschafter des „German House of Soccer“. Die Einrichtung in Manhattan soll während der WM Public Viewings, ein Bühnenprogramm und Ausstellungen bieten.

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