Umschwung in Berliner Politik: Staatssekretär Matthias Hundt zieht Entlassungsantrag zurück

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Der Berliner Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung, Matthias Hundt, hat seine zuvor ausgesprochene Bitte um Entlassung aus dem Amt zurückgenommen. Mitgeteilt wurde dieser Schritt von seinem Medienanwalt Ralf Höcker.

Hundt hatte am Dienstag vor der jetzigen Meldung erklärt, er habe den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Zu diesem Zeitpunkt war er gut zwei Monate im Amt. Eine Sprecherin des Berliner Senats hatte daraufhin erklärt, Wegner werde der Bitte um Entlassung entsprechen.

Über die Rücknahme der Entlassungsbitte berichtete zuvor der „Tagesspiegel“. Die Berliner Senatskanzlei äußerte sich am Abend auf Anfrage nicht zu der Rücknahme des Rücktrittsgesuchs. Als Nachfolger für die Aufgaben Hundts war Florian Hauer angekündigt worden, der diese zusätzlich zu seinen bisherigen Tätigkeiten als Bevollmächtigter des Landes Berlin beim Bund und als Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten übernehmen soll. Die Ankündigung erfolgte am Mittwoch in einer Mitteilung aus der Senatskanzlei.

Begründung des Anwalts und laufende Verfahren

Der Anwalt Ralf Höcker erklärte, sein Mandant bitte nun aus zwei genannten Gründen nicht mehr um seine Entlassung. Er führte aus, es gebe ein Gerücht, Hundt sei mit seinem angekündigten Rücktrittsangebot lediglich einer Entlassung zuvorgekommen. Zudem habe Hundt erwartet, dass eine mediale Kampagne gegen ihn mit seinem Rücktrittsangebot enden würde. Diese Hoffnung auf ein Ende der Berichterstattung sei enttäuscht worden. Höcker bezeichnete die gegen Hundt erhobenen Vorwürfe als haltlos.

Nach Recherchen von MDR und RBB wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Dresden im Zusammenhang mit der Insolvenz einer Firma von Hundt ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft wurde am 25. November 2025 ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der SDC Sachsen Digital Consulting GmbH eröffnet, die als Beratungsunternehmen von Hundt bezeichnet wird. Für diese Gesellschaft findet nach Angaben des Anwalts eine Betriebsprüfung der Deutschen Rentenversicherung Bund statt, um zu klären, ob offene Beitragsforderungen bestehen.

Mit Blick auf die Insolvenz der Humboldt Capture Germany GmbH erklärte Höcker, Hundt trage dafür keine Verantwortung. Hundt sei dort nie Gesellschafter gewesen, sondern nur bis Herbst 2024 als Fremdgeschäftsführer tätig gewesen.

Beruflicher Hintergrund und politische Debatte

Matthias Hundt ist gebürtiger Dresdner und Jahrgang 1969. Er wurde Mitte März in der Berliner Senatskanzlei zum Chief Digital Officer und Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung ernannt und folgte in dieser Funktion auf Martina Klement. Klement wechselte als Wirtschaftsministerin in die Brandenburger Landesregierung.

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner stand wegen der Personalie Hundt in der Kritik, unter anderem von SPD und Grünen.

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