VW-Aufsichtsrat beschließt weiteren Abbau von rund 50.000 Stellen
Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat am Donnerstagabend ein umfassendes Sparpaket verabschiedet, das den Abbau von rund 50.000 weiteren Stellen vorsieht. Ende 2025 beschäftigte der Konzern in Deutschland etwa 284.000 Menschen. Nach Angaben von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies dürften davon etwa 25.000 Stellen in Deutschland wegfallen.
Bereits 2024 hatten sich Vorstand und Arbeitnehmer auf den Abbau von 50.000 Stellen bis 2030 geeinigt. Der nun beschlossene Zukunftsplan sieht eine vergleichbare Größenordnung zusätzlich vor. Dem Beschluss war ein wochenlanger Streit vorausgegangen, in dessen Verlauf Arbeitnehmervertreter dem Vorstand um Konzernchef Oliver Blume schlechte Kommunikation vorwarfen.
Vier Werke ohne gesicherte Zukunft
Für die Standorte Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm kann nach Angaben des Unternehmens aktuell keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden. Für diese vier Werke werden alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft. Zwickau und Emden waren in den vergangenen Jahren mit Milliardeninvestitionen auf Elektromobilität ausgerichtet worden. Ein Gesamtkonzept für die europäischen Werke soll Ende Juni 2027 vorliegen.
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay zeigte sich nach dem Beschluss nach eigenen Worten „extrem frustriert“ und sprach von einem Rückschlag. Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff erklärte, die Unsicherheit für die Beschäftigten bleibe und die kommenden Wochen würden schwierig. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer äußerte sich mit Blick auf das Werk in Zwickau zuversichtlich. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter kündigte an, sich für den Erhalt des Standorts und der dortigen Arbeitsplätze einzusetzen. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, forderte, es dürfe zu keiner weiteren Hängepartie kommen, bei der Beschäftigte und eine ganze Region im Unklaren gelassen würden.
Positive Reaktion an der Börse, gemischte Stimmen aus dem Konzern
An der Börse stiegen die VW-Vorzugsaktien nach dem Beschluss um zeitweise fast zehn Prozent und lagen damit an der Spitze im DAX. Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch erklärte, das Gremium sei überzeugt, dass mit der Umsetzung des Plans die dauerhafte Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns gesichert werde. IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner erklärte, mit dem verabschiedeten Zukunftsplan stelle man sich gemeinsam mit Vorstand und Anteilseignern den riesigen Herausforderungen. Konzern-Betriebsratschefin Daniela Cavallo bezeichnete den Plan als eine Notwendigkeit, um den Konzern erfolgreich ins nächste Jahrzehnt zu führen.

















