Wärmste Nacht seit Messbeginn in Deutschland – Hitzerekorde führen zu Verkehrschaos und Forderungen nach Hitzeschutzmaßnahmen

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Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes war die vergangene Nacht die wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland. Den Rekord verzeichnete die Messstation im ostsächsischen Kubschütz mit 29,4 Grad Celsius.

Bereits am Samstag wurden nach vorläufigen DWD-Daten zahlreiche Hitzerekorde gebrochen. Die höchste gemessene Temperatur lag bei 41,5 Grad an einer Station im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. In Waghäusel-Kirrlach in Baden-Württemberg wurden 41,4 Grad gemessen, in Trier und Andernach in Rheinland-Pfalz je 41,1 Grad. In Hamburg wurden 39,4 Grad verzeichnet. Am Freitag hatte Saarbrücken nach vorläufigen Daten 41,3 Grad erreicht.

Auswirkungen auf Verkehr und Infrastruktur

Die Hitze führte zu Einschränkungen im Verkehr. Auf der Autobahn A2 zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt kam es zu Teilsperrungen. Der private Bahnbetreiber National Express stellte in Nordrhein-Westfalen den Betrieb mehrerer Linien vorübergehend ein. Am Freitagnachmittag musste ein Regionalexpress bei Bonn evakuiert werden, nachdem er nicht mehr weiterfahren konnte. Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnverkehrsbetriebe riefen Fahrgäste auf, wegen der Hitze zu Hause zu bleiben. Gebuchte Tickets können laut Bahn kostenlos storniert werden.

In Ungarn musste die Leistung eines Atomkraftwerks gedrosselt werden, weil das Wasser der Donau zu warm geworden ist, um die Reaktoren wie gewohnt zu kühlen. Auch die Schweiz, Tschechien und Dänemark meldeten Hitzerekorde. In Teilen Frankreichs und Großbritanniens sinken die Temperaturen inzwischen wieder. Aus Frankreich wurden zahlreiche hitzebedingte Notfälle in Kliniken gemeldet.

Wassersparen und politische Forderungen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund rief alle Bürgerinnen und Bürger zum Wassersparen auf. Hauptgeschäftsführer Berghegger appellierte in der Neuen Osnabrücker Zeitung an Vereine, kein Wasser für Tennisplätze oder Golfanlagen zu verschwenden.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sprach sich in der Bild am Sonntag für ein Abkühl-Sofortprogramm aus. Sie forderte die Klimatisierung von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen sowie mehr Bäume und begrünte Fassaden in Städten. Dröge schlug zudem ein Förderprogramm für sogenannte Klima-Solar-Anlagen vor, bei dem die Förderung von Klimaanlagen an die gleichzeitige Installation von Solarzellen auf dem Dach geknüpft werden soll. Außerdem kritisierte sie, dass die Bundesregierung ein bestehendes Förderprogramm für Hitzeschutz auslaufen lasse.

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