Yasmina Reza erhält Frank-Schirrmacher-Preis 2026: Relativität des Erfolgs und die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Literatur

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Die französische Schriftstellerin und Dramatikerin Yasmina Reza ist in Zürich mit dem Frank-Schirrmacher-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Die mit 20.000 Schweizer Franken dotierte Ehrung wurde in der Aula der Universität Zürich verliehen.

Der Frank-Schirrmacher-Preis erinnert an den 2014 verstorbenen Publizisten und Herausgeber der F.A.Z. Frank Schirrmacher und wird von der Frank-Schirrmacher-Stiftung vergeben. Er würdigt laut Ausschreibung „herausragende Leistungen zum Verständnis des Zeitgeschehens“.

Reza, die mit Theaterstücken wie „Kunst“ und „Der Gott des Gemetzels“ international bekannt wurde und zu den meistgespielten Dramatikerinnen ihrer Zeit zählt, sprach in ihrer Dankesrede über die Relativität des Erfolgs. Sie erzählte von einem Preis für ein Gedicht, den sie als Zehnjährige erhalten hatte, und berichtete, die Jury habe damals angenommen, ihr Text sei das einzige eingereichte Gedicht gewesen, das nicht von den Eltern verfasst worden sei. In Bezug auf die Zeit sagte sie: „Die Zeit, von der wir wissen, dass sie das einzige Gültigkeitskriterium ist.“

Die Preisverleihung fand in einer etwa halb gefüllten Aula der Universität Zürich statt. In einem Podiumsgespräch stellte Martin Meyer, Ko-Präsident der Frank-Schirrmacher-Stiftung, Fragen an Yasmina Reza. Dabei äußerte sie, ihre persönliche Meinung über die Welt sei „von keinem Interesse“ und sie stehe nicht in der Tradition französischer Autoren, die literarische Arbeit mit politischem Engagement verbinden.

Reza über Politik, Europa und Dekadenz

Zu Donald Trump sagte Reza, aus vernünftiger Sicht und im Sinne des Guten in der Welt sei er „natürlich keine wünschenswerte Figur“. Zugleich bezeichnete sie ihn als eine Gestalt, die „direkt aus einem Shakespeare-Stück“ stammen könnte, und erklärte, sie finde es interessant, dass eine solche Figur in Amerika gewählt werde.

Mit Blick auf Europa sagte Reza, es sei ein Zusammenschluss von Ländern, die versuchen, auch für sich selbst zu existieren. Angesichts aufstrebender Kräfte in Asien sehe sie nicht, wie Europa seinen Rang und seine Vorherrschaft behaupten könne. Es sei „nicht schlecht, in einer Zeit der Dekadenz zu leben“, fügte sie hinzu, „das hat seinen Reichtum“.

Aussagen zu Künstlicher Intelligenz und Literatur

Zur Rolle von Künstlicher Intelligenz erklärte Reza, in ihrer eigenen Arbeit spiele KI bislang überhaupt keine Rolle. Zugleich sagte sie: „Ich glaube, dass KI die Schriftsteller ersetzen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nicht in der Lage sein wird, ein Meisterwerk zu schaffen.“

Sie berichtete, sie habe kürzlich „Secondhand-Zeit“ der belarussischen Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch gelesen und nannte das Buch „ein Meisterwerk“. Über dieses Werk sagte Reza: „Das hätte die KI nicht schreiben können, das ist Alexijewitsch.“

Laudatio von Christian Berkel

Die Laudatio auf Yasmina Reza hielt der Schauspieler Christian Berkel. Er hob den fast vollständigen Verzicht auf szenische Anweisungen in ihren Stücken hervor und sprach über Melodien, Tempo und Rhythmus in ihrem Werk. Es brauche Freiheit, damit der von ihm so bezeichnete „Virus der Verwandlung“ auf die Spieler überspringen könne, sagte Berkel.

In der Würdigung wird der Umgang mit Zeit in Rezas Stücken als Mittel beschrieben, Dinge unausgesprochen zu lassen und dennoch zum Thema zu machen. Dieser Zugriff auf das Motiv der Zeit wird als Teil der „Meisterschaft“ der Dramatikerin charakterisiert.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.

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